Shimano, der weltweit größte Hersteller von Fahrradkomponenten, hat kürzlich seine aktuellen Geschäftszahlen und die Marktentwicklung veröffentlicht. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs musste das Unternehmen einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen.
Finanzielle Leistung: Steigende Umsätze, sinkende Gewinne
In den ersten neun Monaten dieses Jahres erreichte Shimanos Umsatz mit Fahrradprodukten insgesamt 266,243 Milliarden Yen (ca. 1,749 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das operative Ergebnis des Fahrradgeschäfts lag im selben Zeitraum jedoch bei 30,161 Milliarden Yen, ein Rückgang von 27 % im Vergleich zum Vorjahr.
Die Gesamtleistung des Unternehmens ist ebenfalls nicht optimistisch. Zwar stieg der Gesamtumsatz um 4,8 %, doch der operative Gewinn sank um 28 %, der ordentliche Gewinn ging um 48 % auf 30,248 Milliarden Yen zurück und der Nettogewinn brach um 61,0 % auf 16,105 Milliarden Yen ein. Shimano gab an, dass dies teilweise auf Währungsbewertungsverluste zurückzuführen sei, die allein 18,387 Milliarden Yen (91 Millionen britische Pfund) betrugen – doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Shimano bestätigt seine zuvor veröffentlichte Jahresprognose und rechnet mit einem Umsatzanstieg von 2 % gegenüber dem Vorjahr, einem Rückgang des Betriebsergebnisses um 29 % und einem Einbruch des Nettogewinns um 60 %. Bereits im August hatte das Unternehmen seine Finanzprognose nach unten korrigiert, und die Herausforderungen scheinen weiterhin erheblich zu sein.

Globale Marktdifferenzierung, Bestandsprobleme in Bearbeitung
Aus der Perspektive der Marktentwicklung in verschiedenen Regionen haben sich Lagerprobleme als ein Schlüsselfaktor herausgestellt, der die Ergebnisse von Shimano beeinträchtigt.
Der europäische Markt verzeichnete trotz stabiler Wetterbedingungen weiterhin eine starke Einzelhandelsleistung, allerdings blieben die Lagerbestände hoch. Der nordamerikanische Markt, der von unsicheren Wirtschaftsaussichten betroffen war, verzeichnete weiterhin schwache Einzelhandelsumsätze, obwohl die Lagerbestände auf einem angemessenen Niveau blieben. Der asiatische Markt steht vor noch größeren Herausforderungen: Der Einzelhandelsabsatz von Sportfahrrädern in China stagnierte, während die Verkäufe in Japan aufgrund stark gestiegener Preise zurückgingen. Auch in Asien-Ozeanien sowie in Mittel- und Südamerika wurden ein Umsatzrückgang und eine schwache Einzelhandelsnachfrage beobachtet, obwohl sich die Lagerbestandsdaten verbessert haben.
Bei der Überprüfung der globalen Wirtschaftslage stellte Shimano fest, dass die Menschen aufgrund von Veränderungen in der weltweiten Handelspolitik und steigenden geopolitischen Risiken durch langwierige internationale Konflikte weiterhin vorsichtig hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten eingestellt sind.
Neben dem Kerngeschäft mit Fahrrädern lieferte auch Shimanos Angelgeräte-Sparte enttäuschende Ergebnisse. In den ersten drei Quartalen sanken die Umsätze dieser Sparte um 4,6 % auf 84,435 Milliarden Yen, der operative Gewinn ging um 31 % zurück, was den Gewinndruck auf das Unternehmen weiter verstärkte.

Compliance-Probleme: Entschuldigung und Wiedergutmachung
Im September entschuldigten sich die japanischen Behörden bei Shimano für die ausstehenden Zahlungen an einige Subunternehmer. Die japanische Wettbewerbskommission urteilte, dass Shimano gegen das Subunternehmergesetz verstoßen habe, indem das Unternehmen lokale Subunternehmer nicht für die Lagerung von Materialien bezahlte. Konkret hatte Shimano von 121 Subunternehmern verlangt, Formen und andere Ausrüstung des Unternehmens kostenlos zu lagern und regelmäßige Inspektionen und Bestandsprüfungen der eingelagerten Ausrüstung durchzuführen – selbst wenn über einen längeren Zeitraum keine Teilebestellungen vorlagen. Insgesamt handelte es sich um 4.313 Teile aus 121 Unternehmen, die alle mit der Produktion nach dem 1. Dezember 2023 in Zusammenhang stehen.
Als Reaktion darauf veröffentlichte Shimano eine Erklärung, in der das Unternehmen die Empfehlungen der Fair Trade Commission als sehr ernst nimmt. Shimano hat einigen der 121 von den Unregelmäßigkeiten betroffenen Subunternehmer Entschädigungen gezahlt und sein tiefes Bedauern für alle entstandenen Unannehmlichkeiten zum Ausdruck gebracht. Der Vorstand erklärte, dass Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass künftig keine unzulässigen wirtschaftlichen Vorteile angestrebt werden, die den Interessen der Subunternehmer schaden würden. Im Rahmen der Wiedergutmachungsmaßnahmen kündigte Shimano an, die internen Compliance-Schulungen zu überprüfen und das Verifizierungssystem zu stärken.
Darüber hinaus hatte Shimano zuvor einer Vergleichsvereinbarung im Zusammenhang mit einer Sammelklage von US-amerikanischen Kurbelbenutzern bezüglich seines Inspektionsprogramms und Produktrückrufen vorläufig zugestimmt.









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