Die gesundheitlichen Vorteile des E-Bikens: Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse

The Health Benefits of E-Biking: Science-Backed Insights

Wie gesund ist E-Bike-Fahren? Welche Veränderungen finden in unserem Körper statt, wenn wir damit fahren? Diese Fragen stellen sich viele, die überlegen, vom normalen Fahrrad auf ein E-Bike umzusteigen oder nach einer längeren Pause wieder mit dem Radfahren anzufangen. Wissenschaftliche Studien und praktische Erfahrungen bestätigen, dass E-Bike-Fahren zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet und somit eine ideale Sportart für die unterschiedlichsten Menschen darstellt. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Erläuterung der gesundheitlichen Vorteile sowie praktische Tipps zur Integration in den Alltag.

1. Wissenschaft bestätigt: E-Biken ist gesund

Arbeitgeber fördern das Radfahren ihrer Angestellten durch Zuschüsse zu E-Bikes und die Installation von Ladestationen. Krankenkassen unterstützen entsprechende Kurse, und Städte bauen die Radinfrastruktur aus – all dies basiert auf eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die nachhaltigen gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens. Studien belegen, dass Radfahrer eine geringere Gesamtsterblichkeit, ein reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie weitere gesundheitliche Vorteile aufweisen.

Bemerkenswerterweise erzielt auch das E-Biken ähnliche positive Ergebnisse. Eine Studie des Instituts für Sportmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aus dem Jahr 2023 ergab:

  • 40 % geringeres Risiko für einen Herzinfarkt
  • 50 % geringeres Risiko für das metabolische Syndrom (Adipositas, Bluthochdruck, Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels)
  • 30 % geringeres Krebsrisiko
  • Verringertes Risiko für Demenz, Alzheimer und Fettleber
  • Gesenkte Cholesterinwerte

Studienleiter Prof. Dr. med. Uwe Tegtbur weist darauf hin, dass bereits 12–15 Kilometer E-Bike-Fahren pro Tag diese Vorteile bringen. E-Bike-Fahrer sind häufig Menschen mit gesundheitlichen Problemen – rund 35 % leiden unter Gelenkverschleiß, Diabetes, Bluthochdruck oder Adipositas –, doch die motorisierte Unterstützung macht das E-Biken zu einem idealen Training für sie. Das entspannte Fahrgefühl regt zudem zu längeren Touren an und maximiert so langfristig die gesundheitlichen Vorteile.

2. Vorteil 1: Gelenkschonend

Der Begriff „gleichmäßiges Treten“ beschreibt die harmonische, kreisförmige Bewegung von Füßen und Beinen beim Radfahren, die der menschliche Körper von Natur aus bevorzugt. Diese Bewegung stimuliert Muskeln, Gelenke, Knochen und Knorpel, erhöht die Knochendichte und verringert das Osteoporoserisiko. Sie fördert zudem die Durchblutung des Gelenkknorpels und regt die Produktion von Gelenkflüssigkeit an, was das Gleiten der Gelenke erleichtert. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte E-Biken häufig zur Rehabilitation nach Knieoperationen und zur Behandlung von Arthrose.

Regelmäßiges E-Bike-Fahren stärkt die Muskulatur in Waden, Oberschenkeln, Gesäß, Armen, Schultern, Bauch und Rücken und stabilisiert Rumpf und Oberkörper. Dieser Muskelaufbau entlastet Knochen und Gelenke. Die Sitzposition auf E-Bikes reduziert sofort die Belastung von Knien und Hüften – ein deutlicher Vorteil für übergewichtige Personen. Rahmen mit niedrigem Einstieg verbessern die Zugänglichkeit, und die einstellbare Motorunterstützung ermöglicht eine schrittweise Anpassung – ideal für Anfänger oder Personen, die sich von Verletzungen erholen.

Nach einer Operation oder bei chronischen Kniebeschwerden empfehlen Ärzte häufig das Fahren mit einem E-Bike als geeignete Therapie.

3. Vorteil 2: Unterstützt die Gewichtskontrolle

Die einstellbare Intensitätsstufe beim E-Biken senkt die Einstiegshürde und erleichtert den Start und die Aufrechterhaltung des Trainings. Für die Gewichtskontrolle ist das Verständnis des Energieverbrauchs entscheidend: Der Gesamtenergieverbrauch setzt sich aus dem Grundumsatz (Energie für lebenswichtige Funktionen wie die Atmung) und dem Aktivitätsumsatz (Energie für körperliche und geistige Aktivitäten) zusammen. Um Gewicht zu verlieren, sollte ein moderates Kaloriendefizit erzeugt werden, indem etwas weniger Kalorien zu sich genommen werden, als der Aktivitätsumsatz benötigt.

Der deutsche Sportwissenschaftler Ingo Froböse betont, dass der Fokus auf dem Fett-Muskel-Umwandlungsprozess und nicht nur auf der Gewichtsabnahme liegen sollte. Regelmäßiges E-Biken stärkt die Muskulatur und erhöht so den Grundumsatz – der Körper verbrennt dadurch mehr Kalorien sowohl in Ruhe als auch bei Belastung. Da Muskelgewebe dichter als Fettgewebe ist, verändert sich das Gewicht auf der Waage möglicherweise nicht sofort, aber körperliche Veränderungen (z. B. an Waden und Oberschenkeln) werden sichtbar.

Für ein effektives Training:

  • Halten Sie Ihre Herzfrequenz bei 60–70 % Ihrer maximalen Herzfrequenz (die maximale Herzfrequenz berechnet sich aus 180 minus Ihrem Alter).
  • Verbringen Sie 80 % Ihres Trainings im Ausdauerbereich und 20 % im oberen Ausdauerbereich.
  • Für ein intensiveres Training können Sie Intervalle (75–85 % der Herzfrequenz mit Erholungsphasen) einbauen, Steigungen/Gegenwind bewältigen oder Distanz und Häufigkeit schrittweise erhöhen.

Übergewicht tritt bei E-Bike-Fahrern häufiger auf als bei herkömmlichen Radfahrern.

4. Vorteil 3: Verbessert die Stimmung

E-Biken löst hormonelle Veränderungen aus, die das Wohlbefinden steigern. Schon 30 Minuten Fahrt setzen Dopamin und Serotonin frei – Neurotransmitter, die Freude und Zufriedenheit fördern – und reduzieren gleichzeitig Cortisol (das Stresshormon), wodurch Stress, Aggression und Angstzustände gemildert werden.

Gemeinsames Radfahren verstärkt diesen Stimmungsaufheller, da geteilte Erlebnisse das Wohlbefinden steigern. Auch Sonnenlicht spielt eine Rolle: UV-Strahlung regt die Serotonin- und Dopaminproduktion an und hebt so an sonnigen Tagen die Stimmung. Radfahren in der Natur hilft, dem Alltagsstress zu entfliehen und neue mentale Energie für andere Lebensbereiche zu tanken – ein Gewinn für die körperliche und geistige Gesundheit.

E-Bikes sind eine tolle Möglichkeit, in gute Laune zu kommen, besonders wenn die Sonne dazu beiträgt, den Serotonin- und Dopaminspiegel zu erhöhen.

5. Vorteil 4: Stärkt das Herz-Kreislauf-System

Längeres, entspanntes E-Biken ist hervorragend für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Der Fokus liegt auf der Dauer, nicht auf der Intensität: Streben Sie eine Herzfrequenz von 60–80 % Ihres Maximalwerts an (etwa 110 Schläge pro Minute, laut MHH-Studien). Dieses „grundlegende Ausdauertraining“ ist wissenschaftlich erwiesen hochwirksam.

Beim Radfahren arbeitet der Herzmuskel intensiv, pumpt Blut und erhöht vorübergehend den Blutdruck. Durch regelmäßiges Training passt sich der Körper an: Die Arterien weiten sich, die Herzfrequenz in Ruhe und unter Belastung sinkt, und die Herz-Kreislauf-Leistung verbessert sich. Dadurch wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert.

6. Vorteil 5: Stärkt die Widerstandsfähigkeit

Die gesteigerte Aktivität durch E-Biken verbessert den Muskelstoffwechsel und die Muskelleistung, was zu Muskelwachstum und einer höheren Stabilität des Bewegungsapparates führt – die Rückenmuskulatur wird gestärkt und die Bandscheiben werden entlastet. Wissenschaftliche Studien zeigen zudem, dass moderates Ausdauertraining die Immunfunktion und die Lungenkapazität steigert und somit die allgemeine körperliche Belastbarkeit erhöht.

Unser Herz-Kreislauf-System kommt schnell in Schwung, besonders beim Bergauffahren. Mit der richtigen Unterstützung kann selbst ein solcher Hügel mit einem E-Bike gesund sein.

7. Wie viel E-Bike brauchen Sie?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche – mit E-Bikes leicht zu erreichen. Experten weisen darauf hin, dass bereits 15 Minuten kontinuierliches Radfahren täglich positive Effekte haben können.

MHH-Studien analysierten 60.000 E-Bike-Fahrten mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Fahrzeit von 135 Minuten – zwei Drittel des WHO-Ziels. Für Einsteiger:

  • Beginnen Sie mit 30 Minuten Reiten pro Tag und steigern Sie die Einheiten auf 3–5 pro Woche.
  • Bei Zeitmangel beginnen Sie mit drei 60-minütigen Sitzungen pro Woche.
  • Priorität haben Dauer und Herzfrequenzzone gegenüber der Distanz, da Distanzvergleiche aufgrund des Fitnesslevels und des Streckenverlaufs unzuverlässig sind.

Mit dem E-Bike raus in die Natur – das tut uns gut, auch abseits von Wochenendausflügen und Urlauben.

8. Pendeln: Eine praktische Gesundheitslösung

Pendeln mit dem E-Bike integriert Bewegung nahtlos in den Alltag. In Deutschland beträgt der durchschnittliche Arbeitsweg 17,2 Kilometer einfach – 34,4 Kilometer hin und zurück – womit ein Großteil der wöchentlichen Bewegungsempfehlung der WHO auf einmal abgedeckt wird. Selbst kürzere Strecken (z. B. 4,8 Kilometer) bieten gesundheitliche Vorteile, darunter eine verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit und eine ausgeglichenere Kalorienzufuhr.

Mäßiges E-Biken vermeidet übermäßiges Schwitzen und macht eine Umstellung der Arbeitskleidung überflüssig. Viele Unternehmen bieten kostenlose Duschen an, und Studien belegen, dass Pendler mit dem E-Bike mehr Energie haben, was die Produktivität am Arbeitsplatz steigert. Eine Studie aus dem Jahr 2022 mit inaktiven, übergewichtigen Australiern ergab, dass das Pendeln mit dem E-Bike die allgemeine Fitness verbesserte, den Blutzucker- und Körperfettanteil senkte und das Wohlbefinden steigerte.

Dank der motorisierten Unterstützung bringt Sie ein E-Bike komfortabel zur Arbeit und wieder zurück.

9. Tipps für gesundes E-Biken

Um den gesundheitlichen Nutzen zu maximieren:

  • Setzen Sie sich realistische, überschaubare Ziele, anstatt sich selbst zu überfordern.
  • Feiern Sie kleine Erfolge, um motiviert zu bleiben.
  • Um Kontinuität zu gewährleisten, sollten Sie Routinen einführen (z. B. feste Pendeltage).
  • Passe das Training deinen Fortschritten an – erhöhe die Distanz oder füge Anstiege hinzu, um die Motivation aufrechtzuerhalten.
  • Haben Sie Geduld: Manche körperliche Veränderungen (z. B. eine verbesserte Ausdauer) brauchen sechs Monate oder länger, bieten aber langfristige Vorteile.

E-Biken ist mehr als nur ein praktisches Fortbewegungsmittel – es ist eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Verbesserung der körperlichen und geistigen Gesundheit. Egal ob Anfänger, in der Genesungsphase nach einer Verletzung oder einfach nur jemand, der seine Fitness steigern möchte: Die anpassbare Intensität und die einfache Zugänglichkeit machen es zu einer nachhaltigen Wahl für langfristiges Wohlbefinden.

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