Die Tretunterstützung erleichtert das Fahren, während Sie weiterhin selbst in die Pedale treten. Dabei wird der Motor nicht einfach mit voller Leistung eingeschaltet. Das E-Bike erfasst Ihre Pedalbewegung, berücksichtigt die gewählte Unterstützungsstufe und steuert über den Controller, wie der Motor reagieren soll.
Wer diesen Ablauf kennt, kann Unterstützungsstufen sinnvoller einsetzen und verschiedene E-Bikes besser vergleichen. Er erklärt auch, warum sich zwei Modelle trotz ähnlicher Motorleistung auf der Straße unterschiedlich anfühlen können.
Was ist die Tretunterstützung beim E-Bike?
Die Tretunterstützung, häufig auch als PAS bezeichnet, ergänzt Ihre eigene Pedalkraft durch Motorleistung. Sie leisten weiterhin einen Teil der Arbeit, während der Motor beim Anfahren, an Steigungen oder beim Halten eines angenehmen Tempos unterstützt.
Bei den meisten Systemen wählen Sie über das Display oder eine Bedieneinheit zwischen mehreren Stufen. Eine niedrige Stufe hilft nur leicht und überlässt Ihnen mehr Arbeit. Eine hohe Stufe fordert mehr Unterstützung vom Motor an, innerhalb der Programmierung des Fahrrads, der verfügbaren Akkuleistung und der geltenden Grenzen.
Im Alltag wird meist von E-Bikes gesprochen. Rechtlich handelt es sich bei einem Fahrrad mit Motorunterstützung bis 25 km/h in der Regel um ein Pedelec. Dessen Motor unterstützt nur beim Treten und hat eine Nenndauerleistung von höchstens 250 W. Fahrzeuge mit einem anderen Antriebskonzept können in eine andere Kategorie fallen und anderen Vorschriften unterliegen.
Die Unterstützungsstufe ist nicht mit dem mechanischen Gang gleichzusetzen. Die Stufe verändert die elektrische Hilfe des Motors. Die Gangschaltung verändert die mechanische Übersetzung zwischen Pedalen und Hinterrad. Erst die passende Kombination sorgt für eine kontrollierte und effiziente Fahrt.
Wie funktioniert die Tretunterstützung?
Bei jedem Pedaltritt arbeiten mehrere Bauteile zusammen:
- Sie beginnen zu treten. Ein Sensor erkennt Bewegung, Pedaldruck oder ein anderes vom Antriebssystem genutztes Signal.
- Der Sensor sendet ein Signal. Dadurch erfährt der Controller, dass Motorunterstützung angefordert wird.
- Der Controller verarbeitet die Anforderung. Er berücksichtigt die gewählte Stufe, das Sensorsignal und die Systemgrenzen.
- Der Akku liefert Energie. Der Controller regelt, wie viel elektrische Energie zum Motor gelangt.
- Der Motor unterstützt den Antrieb. Er hilft dabei, das Rad oder den Antriebsstrang zu bewegen, solange Sie treten.
- Das System prüft die Signale fortlaufend. Die Unterstützung verändert sich oder endet, wenn Sie weniger Kraft einsetzen, aufhören zu treten, die Unterstützungsgrenze erreichen oder eine Bremse mit Motorabschaltung betätigen.
Dieser Ablauf wiederholt sich während der gesamten Fahrt. Sensorart und Controller-Abstimmung beeinflussen, wie schnell die Unterstützung einsetzt, wie gleichmäßig sie zunimmt und wie sanft sie endet.
Welche Aufgabe haben die einzelnen Bauteile?
| Bauteil | Aufgabe bei der Tretunterstützung | Was Sie beim Fahren bemerken |
|---|---|---|
| Pedalsensor | Erfasst Pedalbewegung, Kraft oder ein anderes vorgesehenes Signal. | Wie früh und wie gleichmäßig der Motor reagiert. |
| Controller beziehungsweise Steuergerät | Verarbeitet Signale und regelt den Energiefluss vom Akku zum Motor. | Stärke und Charakter der einzelnen Unterstützungsstufen. |
| Akku | Speichert die elektrische Energie für den Antrieb. | Wie lange die Motorunterstützung zwischen zwei Ladevorgängen verfügbar bleibt. |
| Motor | Wandelt elektrische Energie in mechanische Unterstützung um. | Zusätzlichen Schub beim Anfahren, Fahren und Klettern. |
| Display und Bedieneinheit | Ermöglichen die Auswahl einer Stufe und zeigen Fahrinformationen an. | Direkte Kontrolle über die angeforderte Unterstützung. |
| Bremsabschaltung | Beendet die Motorunterstützung, wenn ein entsprechend ausgestatteter Bremshebel ein Stoppsignal sendet. | Schnelles Abschalten des Motors beim Bremsen. |
Das Fahrgefühl entsteht also nicht durch ein einzelnes Bauteil. Motor, Sensor, Controller-Abstimmung und Schaltung müssen sinnvoll zusammenspielen.
Was bedeuten die Unterstützungsstufen?
Mit den Stufen bestimmen Sie, wie viel Hilfe Sie anfordern. Sie entsprechen keinen herstellerübergreifend festgelegten Prozentwerten. Stufe 3 kann sich auf zwei E-Bikes unterschiedlich anfühlen und unterschiedlich geregelt sein.
Typischerweise lassen sich die Einstellungen so einsetzen:
| Einstellung | Typischer Einsatz | Fahrweise |
|---|---|---|
| 0 oder Aus | Fahren ohne Motorunterstützung. | Sinnvoll beim Rangieren oder wenn Sie vollständig aus eigener Kraft fahren möchten. |
| Niedrig | Flache Strecken, belebte Wege und leichte Bewegung. | Bietet sanfte Hilfe und beansprucht den Akku meist weniger. |
| Mittel | Alltagswege und wechselndes Gelände. | Gleicht Eigenleistung, Tempo und Energieverbrauch aus. |
| Hoch | Steigungen, Gegenwind, höhere Last oder kurze Abschnitte mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf. | Liefert mehr Hilfe und benötigt in der Regel mehr Energie. |
Anzahl und Verhalten der Stufen hängen vom Modell ab. PIXAR Largo und M9 führen aktuell jeweils 0 bis 5 PAS-Stufen auf, verwenden laut Datenblatt jedoch unterschiedliche Sensorangaben und sind für verschiedene Einsatzzwecke konzipiert. Gleiche Stufennummern bedeuten daher nicht automatisch das gleiche Ansprechverhalten.
Wie nutzen Sie Tretunterstützung und Gangschaltung zusammen?
Wählen Sie einen mechanischen Gang, in dem Sie gleichmäßig und angenehm treten können. Stellen Sie anschließend die niedrigste Unterstützungsstufe ein, die für die Strecke ausreicht. Schalten Sie vor einer Steigung in einen leichteren Gang, statt zu warten, bis sich die Pedale nur noch schwer bewegen lassen.
Das Anfahren in einem schweren Gang verlangt bei geringer Geschwindigkeit mehr Kraft von Ihnen und vom Antriebsstrang. Ein leichter Gang lässt die Kurbeln freier drehen und unterstützt ein kontrolliertes Anfahren. Eine hohe Motorstufe kann am Berg helfen, ersetzt aber keine passende Gangwahl.
Nehmen Sie beim mechanischen Schalten kurz Druck von den Pedalen. Dadurch werden Kette, Kassette und Schaltwerk weniger belastet, besonders wenn der Motor bereits unterstützt.
Wie reagieren Trittfrequenzsensor und Drehmomentsensor?
Die Sensorart prägt das Fahrgefühl deutlich. Ein Trittfrequenzsensor erkennt die Drehung der Kurbel. Ein Drehmomentsensor misst, wie kräftig Sie in die Pedale treten. Das erste System liefert die Unterstützung typischerweise anhand der Drehbewegung und der gewählten Stufe. Das zweite kann seine Hilfe enger an Ihre eigene Kraft anpassen.
Keines der Systeme ist für alle Fahrer grundsätzlich besser. Ein Trittfrequenzsensor kann zu einer entspannten Fahrweise und dem Wunsch nach klarer, gleichmäßiger Unterstützung passen. Ein Drehmomentsensor kann sich an Steigungen, bei geringer Geschwindigkeit und bei häufig wechselnder Belastung besonders natürlich anfühlen.
Weitere Einzelheiten finden Sie in unserem Vergleich von Drehmomentsensor und Trittfrequenzsensor. Das PIXAR Largo kombiniert einen Drehmomentsensor mit einem BAFANG Hinterradnabenmotor mit 250 W und einer Shimano CUES 9-Gang-Schaltung. Damit ist es eine passende Option für Fahrer, die sich auf Touren und wechselnden Steigungen eine progressive Reaktion auf den Pedaldruck wünschen.

Wie fahren Sie mit Tretunterstützung möglichst gleichmäßig?
- Beginnen Sie niedrig. Wählen Sie beim Anfahren in einer belebten Umgebung oder auf einem unbekannten E-Bike zunächst eine niedrige Stufe. Erhöhen Sie sie erst, wenn Sie das Ansprechverhalten kennen.
- Treten Sie gleichmäßig. Ein ruhiger Rhythmus liefert dem Sensor ein beständiges Signal und erleichtert eine vorhersehbare Motorreaktion.
- Schalten Sie vor der Steigung. Wechseln Sie in einen leichteren mechanischen Gang, solange der Antriebsstrang noch frei läuft, und erhöhen Sie danach bei Bedarf die Unterstützung.
- Reduzieren Sie die Unterstützung bei langsamen Manövern. Weniger Motorhilfe kann auf engen Wegen, in Kurven und auf rutschigem Untergrund die Kontrolle erleichtern.
- Nutzen Sie hohe Stufen gezielt. Auf leichten Abschnitten können niedrige oder mittlere Stufen Energie für Anstiege, Gegenwind oder den Rückweg sparen.
Dieselbe Stufe kann sich je nach Steigung, Untergrund, Wind, Zuladung, Reifendruck, Akkutemperatur und Tretweise anders anfühlen. Diese Faktoren wirken sich auch auf die Reichweite aus.
Welches Verhalten der Motorunterstützung ist normal?
Bei manchen Systemen mit Trittfrequenzsensor kann eine kurze Verzögerung normal sein, weil der Sensor zunächst eine Kurbelbewegung erkennen muss. Ein Drehmomentsensor reagiert möglicherweise früher, sobald der Pedaldruck steigt. Der genaue Zeitpunkt hängt dennoch von der Systemabstimmung ab.
Die Unterstützung sollte enden, wenn Sie nicht mehr treten, eine Bremse mit Motorabschaltung betätigen oder die vorgesehene Unterstützungsgrenze erreichen. Bergab kann das Fahrrad schneller rollen, der Motor sollte oberhalb der Grenze jedoch keine zusätzliche Unterstützung liefern.
Unter hoher Last oder in einer starken Stufe kann der Motor hörbarer werden. Schleifende Geräusche, wiederholte Aussetzer, unerwartete Beschleunigung oder anhaltende Unterstützung beim Bremsen sind dagegen nicht als normal einzustufen. Halten Sie an einem sicheren Ort an und beachten Sie die Anleitung Ihres Modells.
Was sollten Sie prüfen, wenn sich die Unterstützung verändert?
Beginnen Sie mit einfachen Beobachtungen, bevor Sie erweiterte Einstellungen verändern:
- Prüfen Sie, ob die gewählte Unterstützungsstufe auf 0 steht.
- Kontrollieren Sie den Ladezustand und den korrekten Sitz des Akkus.
- Lassen Sie beide Bremshebel vollständig los.
- Lesen und fotografieren Sie einen vollständig angezeigten Fehlercode.
- Achten Sie auf sichtbare Kabelschäden oder einen gelösten, zugänglichen Außenstecker.
- Notieren Sie, ob die Veränderung nur an Steigungen, nach einem Stoß oder in einem bestimmten Gang auftritt.
Ein gewöhnlicher Neustart kann eine vorübergehende Kommunikationsstörung beheben, repariert aber keinen beschädigten Sensor oder Anschluss. Unser Ratgeber zum Zurücksetzen eines E-Bike-Controllers erklärt, was Sie vor einer Änderung der Einstellungen kontrollieren sollten.
Öffnen Sie weder Akku noch Controller, verändern Sie keine Serviceparameter und umgehen Sie nicht die Motorabschaltung der Bremsen. Wenn die Unterstützung unvorhersehbar reagiert, beim Bremsen weiterläuft oder ein elektrisches Bauteil beschädigt beziehungsweise ungewöhnlich heiß ist, schalten Sie das Fahrrad aus und kontaktieren Sie den PIXAR-Support.
Wie wählen Sie ein E-Bike nach dem Fahrgefühl aus?
Motorleistung und Akkukapazität sind wichtig, beschreiben aber nicht das gesamte Fahrerlebnis. Achten Sie darauf, wie das Fahrrad anfährt, wie fein es sich bei geringer Geschwindigkeit dosieren lässt, wie die Unterstützung am Berg zunimmt und wie schnell sie beim Ende der Pedalbewegung aussetzt.
Für den Stadtverkehr können eine vorhersehbare Reaktion und eine einfache Bedienung wichtig sein. Auf längeren Touren kann eine progressive Unterstützung bei wechselnden Steigungen stärker ins Gewicht fallen. Wenn Sie Gepäck transportieren, sollten Sie außerdem Schaltung, Bremsen, zulässige Last und Akkukapazität vergleichen.
Vergleichen Sie das aktuelle PIXAR E-Bike-Sortiment nach Sensor, Motor, Schaltung, Akku und Einsatzzweck. Wählen Sie ein Gesamtsystem, das zu Ihren üblichen Strecken passt, statt ein Fahrrad anhand eines einzelnen Wertes zu beurteilen.
Häufig gestellte Fragen
Muss man bei einem E-Bike treten, damit der Motor unterstützt?
Bei einem Pedelec müssen Sie treten, damit das System Motorunterstützung anfordert. Je nach Fahrzeugkategorie und Markt können weitere Funktionen vorhanden sein, sie sind jedoch nicht mit der gewöhnlichen Tretunterstützung gleichzusetzen.
Welche Unterstützungsstufe ist beim E-Bike am besten?
Wählen Sie die niedrigste Stufe, die für Gelände und Bedingungen angenehm bleibt. Eine niedrige Unterstützung eignet sich häufig für flache Wege und langsame Manöver. Eine höhere Stufe kann an Steigungen, bei Gegenwind oder mit schwerer Zuladung helfen.
Verbraucht eine hohe Unterstützungsstufe mehr Akku?
Eine hohe Stufe fordert in der Regel mehr Energie für den Motor an und kann dadurch die Reichweite verringern. Der tatsächliche Verbrauch hängt außerdem von Gelände, Geschwindigkeit, Temperatur, Reifendruck, Gesamtgewicht, Gangwahl und Ihrer Eigenleistung ab.
Ist Tretunterstützung dasselbe wie ein Gasgriff?
Nein. Die Tretunterstützung arbeitet, während Sie in die Pedale treten. Eine Bedieneinrichtung, mit der der Motor das Fahrzeug ohne Pedalbewegung antreibt, folgt einem anderen Funktionsprinzip und kann die rechtliche Einordnung sowie die geltenden Vorschriften verändern.
Warum setzt die Tretunterstützung leicht verzögert ein?
Manche Systeme müssen zunächst einen Teil der Kurbelbewegung erkennen, besonders wenn sie mit einem Trittfrequenzsensor arbeiten. Sensorart und Controller-Abstimmung beeinflussen die Verzögerung. Wenn sie neu auftritt oder deutlich länger wird, prüfen Sie die Hinweise für Ihr genaues Modell.






